Frisches Make Up und ein Ausflug ins "Grüne". Die neue S-Klasse kommt mit einem Facelift, neuen Multimediagimmicks und einem besonders verbrauchsgünstigen Hybridantrieb. "The Big S" ist auf dem richtigen Weg unsere Welt zu retten.
Der S 400 Hybrid arbeitet nicht wie der Vorzeigesparer Lexus, er ist eigentlich eher ein Soft-Hybrid. Beim Japaner werkelt ein Elektromotor und nimmt dem Benziner alle Arbeit im langsamen Sektor ab. Beim Mercedes arbeitet der Hybrid wie in der aktuellen Formel 1. Energie wird beim Bremsen gespeichert und beim Beschleunigen wieder zugeführt.
Der S 400 kann dafür Start-Stopp und spendiert 20 PS aus der Batterie beim Beschleunigen. Mit der neuen Lithium-Ionen-Batterie ist der Mercedes S 400 Hybrid sogar weltweit das erste Hybridfahrzeug mit dieser besonders leistungsstarken Akkutechnik. Diese misst kaum mehr als die herkömmliche Starterbatterie unter der Haube und wiegt nur schlappe 75 Kilogramm.
Maximal 186 Gramm CO2 pro Kilometer soll der Mercedes S 400 Hybrid damit ausstoßen, was 7,9 Liter Benzin pro 100 Kilometer entspricht. Das ist in dieser Fahrzeugklasse derzeit der Spitzenwert. Diesen Wert einzuhalten wird natürlich schwer. Dafür hängt der Schwäbische Riese viel zu gut am Gas. Der 3,5 Liter V6 mit seinen 299 PS und 350 Newtonmeter legt den Sprint von 0 auf 100 Km/h in sportlichen 7,2 Sekunden zurück. Die Schaltwippen am ledernen Volant tun das übrige dazu. Bei 250 ist dann (abgeriegelt) Schluss, doch der Weg bis dahin macht viel Spaß. Durch die Haarnadelkurven im Schwarzwald geht der S wie ein sportlich abgestimmter Mittelklassewagen. Auch brutalste Brems- und Lastwechselversuche bringen den S nicht in Schwierigkeiten.
Einfach perfekt. S-Klasse fahren ist wie First-Class fliegen. Man steigt ein, betätigt ein paar Schalter und wenn man die richtige Position gefunden hat, will man nie wieder aussteigen. Das Starten erfolgt trotz drehen des Schlüssels völlig unbemerkt und der Mercedes S 400 Hybrid schaltet schon beim langsamen Heranrollen den Motor wieder ab. Mit einem leichten Gaspedaldruck wirft der Elektromotor den Benziner wieder an. Auch das Bremspedalgefühl ist neu. Bis zu 0,15 Gramm Druck verzögert der Hybrid-Mercedes rein elektrisch, erst dann geht er richtig in die Eisen. Das Display erlaubt den Einblick in die Hybridtechnik. Durch fleißiges Bremsen füllt sich die Batterie und beim Gasgeben leert sich das Teil wieder, das ist cool.
Das große Display in der Mitte hat wahrhaft zwei Gesichter. Dank der neuen Dual-View-Technik kann der Beifahrer im Mercedes S 400 Hybrid entspannt einem Film folgen, während der Fahrer seinen Weg zum Ziel mit der neuen 3D-Navigationsinfo abliest. Aktuelle Multimedia-Verbindungen transportieren den S 400 in die große bunte Welt von Bluetooth und iPod. Die neuen Systeme, wie die kamerabasierte Spurverlassenswarnung, dass durch ein zartes Vibrieren im Lenkrad auffällt, die automatische Notbremsung, die präzise 0,6 Sekunden vor dem zu erwartenden Aufprall einsetzt.
Was macht eigentlich die S-Klasse aus? Vielleicht ist es auch das aktive Fußgänger erkennende Nachtsichtgerät, die Müdigkeitserkennung oder der Tempolimitassistent. Sie gehören ebenso dazu wie das ausgezeichnete, sich stufenlos anpassende Fernlicht. Das ganze macht einen S-Klasse Mercedes aus.
Der Mercedes S 400 Hybrid kostet 85.323 Euro Gutmensch zu sein hat natürlich auch bei Daimler-Benz seinen Preis. Auch der grünste aller S-Klasse Mercedes wird wieder die Wahl zwischen einem kleinen Häuschen und dem Auto erfordern. Wie auch immer: Dieses Auto ist wohl trotz allem das beste der Welt...gas