Über 200.000 Marderschäden im Jahr

Der "Vandalismus" unter der Motorhaube nimmt wieder zu. Marder sind im Frühjahr, kurz vor der Paarungszeit, und bis in den Spätsommer hinein besonders aktiv. Parkende Autos werden dann häufig "Opfer" ihrer Territorialkämpfe. Denn Marder-Rüden stecken ihre Reviere ab und markieren die Grenzen mit Urin, um Nebenbuhler von ihren Weibchen fern zu halten. Parkt ein so markiertes Auto nun an anderer Stelle, im Revier eines anderen Marders, lebt dieser seine Aggressionen nicht selten im Motorraum aus. Durchgebissene Zündkabel oder Kühlwasserschläuche, beschädigte Achsmanschetten oder Isoliermatten sind dann die Folge. Fahrzeuge, die häufig an verschiedenen Orten geparkt werden, sind daher besonders gefährdet.

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (GDV) ist die Zahl der Marderschäden in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: 2007 lag sie noch bei knapp über 180.000, im Jahr darauf bei fast 200.000. Die Kosten für die von Mardern verursachten Schäden stiegen im gleichen Zeitraum von knapp 40 Millionen auf über 46 Millionen Euro. Da lediglich die kaskoversicherten Fahrzeuge erfasst werden, geht der AvD davon aus, dass weit mehr Autofahrer betroffen sind und Schäden beseitigen mussten.

Doch was tun? Der AvD empfiehlt, auf das Weidezaun-Prinzip zu setzen. Elektrische Geräte, die in den Motorraum eindringenden Mardern einen leichten Schlag versetzen, haben sich als am effektivsten erwiesen. Sind in der Nachbarschaft Marder unterwegs, kann vorübergehend auch eine Motorwäsche helfen, um die von den Rüden hinterlassene Duftmarke zu beseitigen. Ein Stück unter das Auto gelegter Maschendraht kann die Tiere irritieren und zumindest zeitweise abschrecken. Als völlig wirkungslos haben sich sämtliche "Ersatz-Duft-Strategien" erwiesen – vom WC- oder Marder-Abwehr-Spray über Hundehaare bis hin zu Mottenkugeln. Versuche der Uni Gießen belegen, dass Marder damit nicht zu beeindrucken und zu vertreiben sind.

Foto: ADAC